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Traum von Versöhnung ist wahr geworden
 

Arser und Freihalder leben ihre Freundschaft durch alle Generationen – Treffen in Frankreich

Von Jürgen Bigelmayr
 

Der ganze Saal stand auf und applaudierte lang anhaltend dem Mann, der soeben eine bewegende Rede gehalten hatte. „I have a dream“, zitierte der 88-jährige Charles Delamare Martin Luther King. „Ich träumte von einer Ver-söhnung, ja einer wahren Freund-schaft mit Deutschland. Dieser Wunsch ist großartig zwischen Frei-halden und Ars verwirklicht worden.“
Offiziell seit 1976 sind die beiden Dörfer einander in Freundschaft verbunden. Seit 1974 besuchen sie sich gegenseitig – noch in keinem Jahr ist eine Begegnung ausgefallen.
Diesmal kamen die Freihalder mit 41 Teilnehmerinnen und Teilneh-mern ins 728 Kilometer entfernte Ars bei Lyon. Knapp die Hälfte da-von war 25 Jahre oder jünger.
Wie immer wurden sie von ihren Gastgebern verwöhnt. Privat unter-gebracht, erlebten die Gäste aus Freihalden wahre Menschlichkeit. Es gab Köstliches zu essen und zu trinken. Und das Ausflugspro-gramm führte zu eindrucksvollen Zeugnissen der Geschichte und Kul-tur in der Region Burgund. In Cluny stand im Mittelalter das größte und bedeutendste Kloster der Christenheit; heute ist in den Relikten ein renommiertes Gestüt untergebracht. Die Besichtigung des prachtvollen Schlosses Cormatin glich einer Reise in die Zeit von König Ludwig XIII. und seinem Kanzler Richelieu im 17. Jahrhun-dert. Schließlich konnten auf der Rückfahrt nach Ars in einem Wein-keller in La Roche Vineuse edle Burgunder-Tropfen verkostet wer-den. Beste Stimmung herrschte auch beim gemeinsamen Bowlingabend in Villefranche-sur-Saône und beim Besuch des beliebten Wochenmarkts in Châtillon-sur-Chalaronne.
Höhepunkt war einmal mehr der Festabend: Stimmlich sehr anspre-chend und wandlungsfähig wusste Chantal Nemond die Abendgesell-schaft mitzureißen. Auch die Einla-gen der Freihalder Gäste begeister-ten: Der Flashmob zum Partylied „Rock mi - Wenn der Maibaum wieder am Dorfplatz steht“ von VoXXclub sowie das Maßkrug-stemmen, Maßkrugschieben und Pfundsägen sorgten für große Gaudi.   
Nachdenkliche Noten setzten dage-gen die Rednerinnen und Redner. Ars‘ Komitee-Präsidentin Danièle Boussand sagte: „Viele von uns haben eine zweite Familie gefunden.“ Gerade in der gegenwärtigen „unru-higen Periode“ müsse von den Ge-meindepartnerschaften das europäische Bewusstsein bewahrt und wei-terentwickelt werden. „Auf unserer Ebene müssen wir Möglichkeiten für die junge Generation schaffen oder fördern, wie Sommerjobs, Praktika, Ausbildungen oder andere kulturelle oder musikalische Austausche.“
Freihaldens Komitee-Vorsitzender Jürgen Bigelmayr stellte heraus, dass Frieden, Freiheit und Völkerverständigung „nichts Selbstverständliches“ seien. „Wir müssen unser demokratisches, rechtsstaatliches und humanitäres Europa gegen seine Feinde verteidigen. Nur gemeinschaftlich, als Europäer, haben wir die Chance auf eine gute, lebensgerechte Zukunft.“
Dies der jungen Generation zu ver-mitteln, sei nach 74 Jahren Frieden schwieriger geworden, meinte Ars‘ Bürgermeister Richard Paccaud, doch diese Herausforderung anzunehmen, sei notwendig und auch machbar. 
Jettingen-Scheppachs Bürgermeister Hans Reichhart sprach vom „Auftrag an die kommenden Generationen“, den „Freundschaftsbaum, der von den Bürgern beider Orte behutsam gesät worden und organisch gewachsen“ sei, weiter zu hegen und pflegen.
Daran anknüpfend hielt Pfarrer Patrice Chocholski beim Abschlussgottesdienst in der Grabesbasilika des heiligen Pfarrers von Ars, Jean-Marie Vianney, zur „Einheit mit Gott und untereinander“ an.
So kann Charles Delamares Traum von Frieden zwischen den Nationen auf Ebene der Partnerschaft Ars-Freihalden gelebt werden.


Dankesworte:
Im Namen des Ars-Komitees Frei-halden darf ich allen danken, die zum Gelingen unseres diesjährigen Partnerschaftstreffens beigetragen haben.

Merci beaucoup sage ich unseren Freundinnen und Freunden aus Ars dafür, dass sie uns Deutsche aus Freihalden und Umgebung wieder gastfreundlich und herzlich bei sich aufgenommen haben und keine Mühen gescheut haben, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Danke sage ich meinem französischem Pendant, Danièle Boussand, und ihren Unterstützerinnen und Unterstützern im Partnerschaftskomitee Ars für die hervorragende Arbeit, die sie bei der Vorbereitung und der Durchführung dieses Partnerschaftstreffen geleistet haben.

Mein großer Dank gilt meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ars-Komitee Freihalden, die mit mir zusammen alle ihr Bestes gegeben haben, um dieses Partnerschaftstreffen gut vorzubereiten und von Freihalder Seite aus zu gestalten.  

Vergelt’s Gott sage ich dem zahlreiche Fremdsprachen – darunter Deutsch – sprechenden Pfarrer von Ars, Patrice Chocholski für seine würdige Zelebration des Abschlussgottesdienstes.

Vielmals gedankt sei auch den beiden Bürgermeistern, Richard Paccaud und Hans Reichhart, die mit ihrer persönlichen Teilnahme an unseren Begegnungstagen wieder einmal bekräftigt haben, dass die beiden Gemeinden Ars und Jettingen-Scheppach die Freundschaft zwischen Arsern und Freihaldern uneingeschränkt mittragen und unterstützen.

Dankesworte gebühren unserem Busfahrer Rudi Krasniqi, der uns mit großer Fahrsicherheit, Geduld und Nervenstärke heil durch Staus und zäh fließenden Verkehr an unsere Zielorte und wieder zurück gebracht hat. 

Vielen Dank und Merci beaucoup sage ich Angelika Rogg-Bigelmaier, Sarah Gratz (beide Freihalden) so-wie Frank Sieber (Ars) für ihre Dolmetscherkünste.

Vielen Dank sage ich unseren Sponsoren: Firma Dirr-Reisen (Jettingen), Fa. AL-KO (Scheppach), Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach, Sparkasse Günzburg-Krumbach, VR-Bank Donau-Mindel.



Last but not least bedanke ich mich im Namen des Ars-Komitees Freihalden bei allen Helfern und Mitwirkenden, die sich von den bisherigen Dankesadressen nicht angesprochen gefühlt haben.

Jürgen Bigelmayr
1. Vorsitzender des Ars-Partnerschaftskomitees Freihalden



Bild 1:
Überwiegend in Tracht gekleidet, präsentierten sich die Gäste aus Freihalden beim Festabend in Ars.
Foto: Jürgen Bigelmayr

Bild 2:
Das Maßkrugstemmen sorgte für große Gaudi bei der Partnerschaftsbegegnung in Ars.
Foto: Jürgen Bigelmayr


Bild 3:
Mit ihrem Flashmob zum Partylied „Rock mi - Wenn der Maibaum wieder am Dorfplatz steht“ von VoXXclub brachten die Freihalder Besucherinnen und Besucher Stimmung in den Festsaal.
Foto: Frank Sieber

Bild 4:
Im burgundischen Cluny spürten Gäste und Gastgeber den Spuren des einstmals größten und bedeutendsten Klosters der Christenheit nach.
Foto: Frank Sieber