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Ein Meilenstein auf der „Straße der Freundschaft“

 

Partnerschaftsbegegnung 61-köpfige Delegation aus französischem Ars besuchte Freihalden

 

Von Jürgen Bigelmayr

 

Freihalden Ganz gespannt waren die Freihalder Kindergartenkinder, endlich echte Franzosen zu sehen. „Sind die gelb wie die Chinesen?“, fragte ein Zögling seine Erzieherin Ulrike Fischer. Nein, gelb sind sie nicht – davon konnte er sich bei deren Ankunft an Christi Himmelfahrt überzeugen. Aber eine andere Sprache sprechen die Menschen aus Ars, dem Partnerort Freihaldens, nämlich Französisch.

Wie das geht, das hatten die kleinen Mädchen und Buben in den Tagen vorher gelernt. „Frère Jacques“ und „Alouette“ – zwei bekannte Kinderlieder aus dem Land von Baguette und Beaujolais führten sie beim Empfang der 61-köpfigen Delegation aus Ars singend und tanzend auf. Um sie herum strahlten bestimmt hundert Gesichter. Wärme legte sich um die Herzen von Gastgebern und Gästen bei novemberartigen Temperaturen mitten im so genannten Wonnemonat.

Außen kalt, innen warm - so blieb es bis zum Abschied drei Tage später, als die Klänge der Burgauer Alphornbläser die Besucher auf ihre 728 Kilometer lange Heimreise schickten.

Als „Avenue de l'é“ („Straße der Freundschaft“) hatte Aline Colas, die Präsidentin des Arser Partnerschaftskomitees, die Strecke von Ars nach Freihalden beim Festabend getauft. Daraufhin überreichte sie zusammen mit Bürgermeister Patrick Duvivier den deutschen Freunden als Symbol einen renovierten, 130 Kilo schweren einstigen Kilometerstein einer französischen Nationalstraße. Der neue Vorsitzende des Freihalder Partnerschaftskomitees, Jürgen Bigelmayr, zeigte sich „überwältigt“ von so viel Einfallsreichtum und versprach, der Koloss werde einen „herausgehobenen Platz“ im Dorf erhalten.

Demnächst dürften an dem Meilenstein auch Fabrikate des Autoherstellers vorbeifahren, dessen „Museum mobile“ 100 Ausflügler aus Ars und Freihalden am Freitag besichtigt hatten. Dass Ingolstadt aber noch weit mehr als Audi zu bieten hat, erlebten die Besucher bei einer eindrucksvollen Führung durch dessen geschichtsträchtige Altstadt.

Einen Blick zurück in die Historie warf auch Jürgen Bigelmayr in seiner Festansprache. Er erinnerte daran, dass just in diesen Maitagen vor 70 Jahren deutsche Panzer das Heimatland des damaligen „Erbfeindes“ überrollten. In Anbetracht dessen sei die Verbindung zwischen Ars und Freihalden im Kleinen, wie die deutsch-französische Freundschaft im Großen, ein „kostbares Geschenk“, das es „in Ehren und für alle Zukunft lebendig zu halten“ gelte.

Ars’ Bürgermeister Patrick Duvivier bekannte sich ebenfalls dazu: „Ich, Bürgermeister von Ars, verbürge mich für den Fortbestand der Partnerschaft“, sagte er in seiner Rede beim Festabend, der „weiß-blau“ geprägt war.

Die Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach spielte auf, zum Essen gab’s bayerische Schmankerln, und Bürgermeister Hans Reichhart erschien in Lederhosen-Tracht. Fröhlich-ausgelassene Höhepunkte waren die beiden Einlagen: das Wettmelken an einer muhenden Kuhattrappe zwischen je zehnhändigen Teams aus Freihalden und Ars sowie die Slapsticknummer zum Schlager „Die Glocken von Rom“.

Auch die Führung von Paul Heinle durch sein Arboretum, das Fußballspiel zwischen zwei jeweils national und geschlechtlich gemischten Mannschaften, das allen Akteuren und Zuschauern viel Spaß bereitete, und der Abschlussgottesdienst am Sonntag trugen dazu bei, dass – wie Bürgermeister Reichhart es formulierte – dieses Treffen „wieder zu einem Erlebnis“ wurde.

Es war so schön, dass einige Kinder es nicht dabei belassen wollten, den Gästen aus Ars zum Abschied Lebkuchenherzen mit der schwäbischen Aufschrift „I mag de“ umzuhängen, sondern am liebsten gleich mit nach Ars gefahren wären, wohin die Freihalder im nächsten Jahr wieder zum Gegenbesuch kommen werden.

 

 

Dankesworte:

 

Im Namen des Ars-Komitees Freihalden darf ich allen danken, die zum Gelingen unserer diesjährigen Partnerschaftsbegegnung beigetragen haben. Merci beaucoup sage ich unseren Freundinnen und Freunden aus Ars dafür, dass sie so zahlreich nach Freihalden gekommen sind und mit uns wieder ein deutsch-französisches Fest gefeiert haben.

 

Ein herzliches Dankeschön entbiete ich allen Gastgebern, die alles getan haben, um ihren Gästen aus Ars den Aufenthalt in Freihalden so angenehm wie möglich zu gestalten.

 

Mein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ars-Komitee Freihalden, die alle miteinander ihr Bestes gegeben haben, um ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen und Gastgebern wie Gästen bei Anliegen, Fragen und Problemen zu Diensten zu sein.

 

Vergelt’s Gott sage ich Pfarrer Karl Schödlbauer und Frère Basile Ramdé aus Ars für ihre würdige Zelebration des Abschlussgottesdienstes sowie Andreas Latzko und Roger Di Piro für die ansprechende musikalische Begleitung der Messe.

 

Vielmals gedankt sei den beiden Bürgermeistern, Patrick Duvivier und Hans Reichhart, die mit ihrer persönliche Teilnahme an unseren Begegnungstagen wieder einmal bekräftigt haben, dass die beiden Gemeinden Ars und Jettingen-Scheppach die Freundschaft zwischen Arsern und Freihaldern uneingeschränkt mittragen und unterstützen.

 

Dankesworte gebühren den beiden Busfahrern, die uns mit großer Fahrkunst, Geduld und Nervenstärke heil nach Ingolstadt und wieder zurück nach Freihalden chauffiert haben.

 

Danke sage ich der Musikkapelle Freihalden-Oberwaldbach, den Fahnenabordnungen des Schützenvereins, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Krieger- und Soldatenverein sowie dem Sportverein, den Floriansjüngern und dem Kindergarten Freihalden für ihre bereitwillige Unterstützung.

 

Mein Dank gilt den Burgauer Alphornbläsern mit ihrem Leiter Wilhelm Stadter an der Spitze für ihr eindrucksvolles Konzert zur Verabschiedung unserer Freunde aus Ars.

 

Danke sage ich

unserem Dorfbäcker Siegfried Vogg für die Herstellung der wunderbaren Lebkuchen-Herzen, die einige Kindergartenkinder unseren Besuchern zum Abschied um den Hals gehängt haben;

Resi Mayer für die sehr einfallsreiche und schöne Tischdekoration beim „Bayerischen Abend“ im Sportheim;

Paul Heinle für die Führung durch sein Arboretum;

Maria und Gerd Jüngling für ihre Genehmigung, für den Empfang an Christi Himmelfahrt das Schubauer-Anwesen nutzen zu dürfen.

 

Schließlich bedanke ich mich ganz herzlich bei unserer Chef-Dolmetscherin Cecile Sebök, den anderen Übersetzern Irmgard Gogg, Waltraud Schmidt, Martina Hahn und Jan Singbartl sowie last but not least bei allen Helfern und Aktiven, die sich von den bisherigen Dankesadressen nicht angesprochen fühlten.

 

 

Jürgen Bigelmayr,

1. Vorsitzender des Ars-Partnerschaftskomitees Freihalden